Braun gebrannt

Braun gebrannt

Früh stand ich oben an der Brüstung
und blickte tief ins Vaterland,
der Morgen war von dunkler Röstung,
die Kaffeebohnen braun gebrannt.

Das Land wird brauner, denk ich mir
und riecht zunehmend angebrannt,
das blonde, helle, völk’sche Wir
marschiert dort wieder Hand in Hand.

Von fern seh ich die Fahnen wehen,
verdrehte Kreuze kreuzen drin,
ganz leis hör ich die Alten flehen,
lasst’s sein, es weht ein dunkler Sinn.

Doch schnittig eilen die Gestalten
mit starrem Kopf und starrem Blick,
sie suchen irgendwas zum Spalten
und irgendwie den braunen Kick.

Entsetzen greift mich an der Brüstung
und schüttelt mich von Kopf bis Fuß,
auch packt mich schließlich die Entrüstung
es wächst in mir dann der Entschluss:

Dort unten das, das ist kein Spiel,
ein Sturz ist es in das Verderben
und nun zeig Rückgrat und zwar viel,
ja, wehr dich gegen dieses Sterben.

© M.H. 07.06.2018

frei sein

frei sein

kommst du mit auf eine
Beziehungsreise
zum Rauskomm’n schlagen
wir uns ’ne Schneise
komm lass uns in die
Bresche springen
uns berauschen und
Liedchen singen
wir woll’n nicht denken
sondern schenken
wir woll’n nicht halten
woll’n gestalten
und einfach in den Tag
rein leben
wir wollen frei sein
und nicht kleben

© M.H. 24.05.2018